| Neißetour 2009 |

![]() |
Paddelausflug Bericht von Henning Wittwer Daß wir uns als Karateka nicht bloß mit Fortbewegungsmethoden, wie Ayumi-Ashi, Okuri-Ashi oder auf dem Zahnfleisch kriechen, auskennen, bewiesen wir am Sonntag, d. 16. August 2oo9. An diesem denkwürdigen Tage brachen elf Vereinsmitglieder nach Deschka auf, um der Natur zu zeigen, wer der Herr im Ring ist! Initiiert und (nahezu) perfekt organisiert (warum sollten Wechselsachen auch nicht mit ins Boot genommen werden...?) von Antje S., kämpften wir nur in zwei Schlauchbooten (Personen tragende Luft, die von Gummihülle umgeben ist) sitzend und mit Paddeln (schaufelartige Werkzeuge zur Wasserverdrängung) bewaffnet gegen den kalten und dunklen Strom der Neiße. Nachdem dann die Natur gleich zu Beginn einem Helden sein Paddel entriß und zwei Besatzungsmitglieder nur durch größtes Glück lebend von der Paddelbergeaktion – einmal schwimmend im Wasser, dann an der Uferböschung entlanghangelnd – wiederkehrten, gaben wir uns geschlagen und legten unser Schicksal von nun an in die Hände der Natur. Um die Angst vor den Naturgewalten zu verdrängen, begannen wir sodann unsere Angriffslust auf die jeweils zweite Bootsbesatzung zu bündeln. Als Auslöser (nur um die Schuldfrage, wer denn da angefangen hatte, zu beantworten) für die sich anschließenden, hart aber unfair ausgetragenen Gefechte muß das überhebliche Verhalten der nicht direkt vom obigen Drama betroffenen Bootsbesatzung betrachtet werden. So wurde die Zeit anstatt zur Hilfeleistung, vielmehr zur persönlichen Körperhygiene genutzt! In arglistiger Weise wurden die eigentlich zum Antrieb der Boote gedachten Paddel umfunktioniert, um die gegnerische Besatzung mit Spritzattacken zu martern. Weil der, der „A“ sagt, auch „B“ sagen muß, dauerte es auch nicht lange, bis der erste feindliche Paddler in die Fluten der Neiße gezerrt wurde – Gegenwehr zwecklos! Bei weiteren derartigen Anschlägen entwendete eine besonders skrupellos und heimtückisch agierende Partei die doch so wichtige Kopfbedeckung eines Antagonisten. Diesem vermeidbaren Übergriff mußten Sühnopfer folgen! Der Nautiker spricht hier vom „Tunken“ – gegnerische Matrosen werden gnadenloses vom Boot geworfen. Weil wir wirklich mit allen Mitteln stritten, war die daraufhin eingesetzte Taktik des Paddeldiebstahls nicht mehr wirklich überraschend. Allein die teilweise heroischen Handlungen, die partiell zum erfolgreichen Paddelklau führten, dürfen nicht unerwähnt bleiben (natürlich kam es auch zu feigen und peinlichen Szenen des Feilschens um Beutestücke, auf die ich nicht näher eingehen möchte). Jedenfalls konnten wir die ursprünglich angedachte Fahrtzeit deutlich überbieten und kamen (abgesehen von einer dem Nix der Neiße geopferten Sonnenbrille) vollzählig am Rothenburger Zielhafen an. Dort erwartete uns der wohlverdiente Lohn unserer anstrengenden, entbehrungsreichen Fahrt in Form eines leckeren, selbstgebackenen Kuchens. Ich glaube, ich kann für alle sprechen, wenn ich schreibe: Dieser Ausflug war lustisch! |