6. Herbstlehrgang 2011 mit Bernhard Mathieu aus Reims/ Frankreich, Gästen aus Polen und Henning Wittwer mit Nippon Niesky
Alle Jahre wieder. Ein Lehrgang mit Bernard Mathieu.

von Pierre Dobrzykowski

Zum nunmehr sechsten Mal bekamen wir vom 9. bis 11. September Besuch aus Frankreich, nur leider dieses Mal Bernard Mathieu in Abwesenheit seiner Frau Gladys, die sich aufgrund Verpflichtungen an ihrer Universität ihrem Mann nicht anschließen konnte.

So zeigte nun Bernard Mathieu mit Hilfe unserer Mitglieder die Übungen vor. Wie auch in den letzten Jahren, begannen wir am Freitagabend die Körperstruktur in den Beinen herauszuarbeiten, um an den beiden folgenden Tagen die Struktur des Torsos und der Arme hinzuzufügen. Die Übungen bestanden zu einem Großteil aus Übungen, die vielen aus dem normalen Keiko bekannt sein dürften, doch konnte uns Prof. Mathieu viele Punkte weiter im Detail erläutern und näherbringen. Ein Punkt, den er alle vier Trainings hindurch betonte, war, dass sich jeder von uns die Zeit nehmen solle in seinen eigenen Körper hineinzuhorchen. Jeder Mensch ist anders, weswegen auch jeder selbst seinen Körper und damit sein Karate verstehen muss. Aus diesem Grund, so meinte er, könne auch jeder in der einen oder der anderen Übung gerne einen Schritt zurückgehen um etwaige unklare Punkte nochmals zu beleuchten. Die individuelle Verschiedenheit der Personen und demnach des technischen Vermögens jedes Einzelnen ändere zudem auch immer die Kampfsituation. Nie wird es beispielsweise denselben Abstand zwischen Personen geben. Aus diesem Grund zeigte er viele Übungen, die das Maai betreffen, auch mit vielen Partnern vor. Es ist der Punkt, der bei mir persönlich dieses Jahr am stärksten hängen blieb. Weiterhin bekamen wir dieses Jahr Besuch von zwei polnischen Karateka, die sich redlich bemühten alle Übungen ordentlich zu machen. Von unseren Freunden aus Frankfurt am Main hingegen durften wir leider niemanden willkommen heißen. Vielleicht klappt es 2012 wieder.

Abseits des Trainings ging es nach dem Training am Freitag und Samstag selbstverständlich auch wieder zum leckeren Abendessen, was die Situation bot Fragen loszuwerden. Durch Bernard Mathieus jahrzehntelanges Wirken in der europäischen Shōtōkan/kai-Welt hat er stets viele Geschichten zu erzählen. Die, die er erzählte, waren oftmals durchtränkt von Geld, Einfluss, Polemik und Politik. Eigentlich seltsam, da doch das Gros der Karateka in der Welt vom „Perfektionieren des Charakters“ spricht. Wie in den Vorjahren auch wurden Samstagmittag Steaks, Würstchen und für die Exoten Käse und Tōfu gegrillt. Zu diesem Barbecue brachten einige unserer Mitglieder selbstgemachten Kuchen und Salate mit, denen ich nochmal im Namen aller Mitglieder einen Dank ausspreche.


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