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7. Shōtōkan Stock Lehrgang mit Henning Wittwer
Wir haben den Bō raus
Seit nunmehr sieben Jahren findet regelmäßig im Frühjahr unser Bō-Lehrgang mit Henning Wittwer statt. So hieß es auch am Wochenende vom 16. bis 17. April 2011 wieder ran an den Stock in der Trainingshalle der Nieskyer Mittelschule. Teilnehmer aus drei verschiedenen Karateverbänden waren angereist, darunter unter anderem aus Löbau, Dessau und sogar München. Trainiert wurden, je nach Schwierigkeitsniveau, zwei verschiedene Kata mit dem Stock sowie zahlreiche Partnerübungen. Umrahmt wurde das Ganze mit theoretischem Hintergrundwissen zu den Ursprüngen der einzelnen Stock-Kata und dem praktizierten Stock-Training in der Strömung des Shōtōkan-Karate.
Laut den Ausführungen von Henning bilde beim Training mit dem Bō – wie auch beim Training der „leeren Hand“ (jap. Kara-te), also ohne Waffen – die Kraft aus den Beinen die Grundlage für einen wirksamen Angriff. Zudem könne dieselbe Technik der leeren Hand, beispielsweise ein gerader Fauststoß nach vorn (jap. Tsuki), ebenso mit dem Bō ausgeführt werden. Nicht umsonst heißt es „Karate ist die Wurzel aller Kampfkünste“ oder anders ausgedrückt „Karate ist Waffentraining und Waffentraining ist Karate“. Dieser Aspekt mag für viele befremdlich erscheinen, wird doch das Karate in seiner historischen Entwicklung als waffenlose Kunst per definitionem verstanden. Doch wie die Teilnehmer des Lehrgangs erfahren durften, zählen im orthodoxen Shōtōkan-Karate Waffen seit jeher zum Lehrgebäude dazu. Natürlich wurden sie nicht bei Anfängern, sondern erst auf fortgeschrittener Ebene des Trainings eingeführt. Hinzu kommt, dass in der Shōtōkan-Strömung keine überlieferten Texte zum Training mit dem Bō existieren, so Henning. Dies sind nur einige Gründe, weshalb der Stockkampf heutzutage oft nicht dem Karate zugehörig und als eigenständige, losgelöste Kampfkunst betrachtet wird. Dass dem aber nicht so ist, wurde an jenem Wochenende beim Lehrgang deutlich.
Die Teilnehmer folgten mit reger Aufmerksamkeit den Ausführungen von Henning und probierten sich an den vielfältigen und umfangreichen Übungen. Selbst bei den abschließenden Kräftigungsübungen mit dem Stock ließ die Begeisterung der Teilnehmer nicht nach. Am Ende konnten sich alle noch einmal mit selbstgebackenem Kuchen stärken. Danke an alle Helfer, die zum Gelingen des Lehrgangs beigetragen haben!
Bericht: Antje Strehle
Foto: Jörg Hartmann
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